|
|
Billard-Spielregeln
Beachten Sie auch die offiziellen
Turnierregeln.
Die drei Arten des Billard
Man unterscheidet zwischen:
- dem berühmten Poolbillard,
- dem Snooker
- und dem Karamboulagebillard.
Poolbillard
Das Poolbillard ist die wohl bekannteste Art des Billardspiels. Es gibt verschiedene Modi, Poolbillard zu spielen; die Varianten im einzelnen:
- 8 Ball
- 9 Ball
- 14 und 1 endlos
8 Ball
Ziel dieses Spiels ist es, seine Gruppe von
Kugeln, halbe (so gen. gestreifte) oder volle,
zu versenken, um abschließend die schwarze 8 einzulochen.
Im Gegensatz zu den weitverbreiteten "Wirtshausregeln"
wird die Gruppe der zu spielenden Kugeln nicht durch den ersten
Ball bestimmt, der unter Umständen schon beim Anstoß
fällt, sondern durch den ersten korrekt (also auch angesagten)
versenkten Ball nach dem Anstoß. Gute Spieler teilen
den Tisch in Zonen ein und spielen dann die Kugeln von Zone
zu Zone weg. Gefährlich wird es meistens, wenn man alle
seine Kugeln weggespielt hat, und es nicht gelungen ist, die
8 abschließend zu versenken. Dem Kontrahenten ist es
nun ein leichtes, die wenigen verbliebenen Kugeln zu spielen.
Wenn der Gegner ein Foul begeht, hat man grundsätzlich Ball in Hand am ganzen Tisch. Ausnahme bildet lediglich der Anstoß. Wird beim Anstoß ein Foul begangen, hat der andere Spieler Ball in Hand im Kopffeld und darf auch nur Bälle außerhalb des Kopffelds anspielen.
Wenn Bälle vom Tisch springen, werden diese wie auch bei 14/1 am Fußpunkt aufgesetzt. Wenn dieser durch eine andere Kugel blockiert wird, dann ist die Kugel auf der kürzesten Linie vom Fußpunkt zur kurzen Bande so nahe wie möglich am Fußpunkt einzusetzen.
Spezialfall Pattsitiuation: Wenn maximal zwei farbige Bälle und die 8 auf dem Tisch liegen, aber kein Spieler versucht, das Spiel zu gewinnen, dann kann nach einer bestimmten Anzahl von Stößen (in der Regel von jedem drei) das Spiel als unentschieden gewertet werden oder es wird neu begonnen. Es beginnt wieder derjenige Spieler, der diese Partie begonnen hat. Aus taktischen Gründen kann es vorkommen, dass man nicht versucht, seine Kugeln zu versenken, weil es entweder zu schwer ist oder weil man u.U. lösen muss.
8 Ball ist außerdem ein Ansagespiel, was bedeutet, man
muss, wenn es nicht offensichtlich ist, vorher ansagen, welche
Kugel in welches Loch gespielt wird. Banker oder Kombinationen
sind niemals offensichtlich. Die 8 darf nicht in einem Stoß
mit einer farbigen versenkt werden, das Spiel ist dann verloren.
9 Ball
9 Ball ist das auf Turnieren am meisten gespielte Spiel. Es hat einfache Regeln und ist ein schnelles Spiel. Selbst wenn viel Safe gespielt wird, dauert eine 9- Ball- Partie im Allgemeinen nicht lange. Gespielt wird mit den Kugeln 1-9, also allen „Vollen“ und der gestreiften 9. Die Kugeln werden in einem Rhombus aufgebaut, wobei die 1 vorne liegen muß und die 9 in der Mitte.
Bei jedem Stoß muß mit der weißen Kugel die Kugel mit der niedrigsten Zahl getroffen werden. Es ist aber erlaubt, dass durch eine Kombination eine andere Kugel versenkt wird. Es muss keine Kugel angesagt werden. Wer mit einem korrekten Stoß die 9 versenkt, gewinnt. Fällt die 9 bei einem nicht korrekten Stoß, so wird diese auf dem Fußpunkt aufgebaut und man darf mit dem Ball in der Hand die Weiße hinlegen, wo man möchte, und anschließend den Ball spielen.
Werden drei aufeinanderfolgende Fouls gespielt, so verliert derjenige, der die Fouls spielt, die Partie.
Das Stellungsspiel ist wichtig, um den weiteren Spielverlauf zu bestimmen. Fehler auf den letzten drei Kugeln bedeuten oft schon der Verlust eines Spiels. 9 Ball ist ein Spiel, in dem man sich kaum Fehler erlauben darf, da man sonst selten wieder eine gute Chance bekommt. Oft wird auf Turnieren mit Wechselbreak gespielt, damit Spitzenspieler nicht mehrere Partien vom Break an bestimmen. Wechselbreak bedeutet, dass man unabhängig davon, ob man eine Partie gewinnt oder verliert, immer im Wechsel anstößt.
Beim 9 Ball Spiel hat das Break eine enorme Bedeutung, wenn man eine Kugel versenkt. In diesem Fall kann man weiterspielen und eventuell auch alle Kugeln wegschießen. Das 9 Ball-Break ist, wenn auch nur zum Teil, beherrschbar. Topspieler beherrschen das so gut, dass sie eigentlich immer einen Vorteil von ihrem Break haben.
14 und 1 endlos
Sie ist die Königsdisziplin unter den Poolbillardvarianten. Es handelt sich um ein Punktespiel, bei dem es darum geht, eine bestimmte Punktzahl zu erreichen. Diese Punktzahl kann unterschiedlich sein. Für jede korrekt versenkte Kugel bekommt man einen Punkt. Der Name 14 und 1 endlos kommt daher, dass man alle Kugeln bis auf eine versenkt. Diese bleibt übrig. Nachdem alle Kugeln bis auf diese versenkt wurden, bleibt die Weiße wo sie ist, und das Rack wird wieder aufgebaut und man darf weiterspielen. Diese letzte Kugel sollte so liegen, dass man anschließend diese versenken, gleichzeitig das Brett lösen und danach weiterspielen kann.
14 und 1 ist ebenfalls ein Ansagespiel. Es ist taktisch das schwerste Spiel, weil man nicht nur gut senken, sondern auch auf engem Raum Stellung spielen und viel lösen muss. Breaken ist immer gefährlich, da man oft ein offenes Bild hinterlässt, wenn man seine Breakkugel nicht versenkt. Wenn der Gegner dann an den Tisch kommt, hat er oft eine Fortsetzung. Bei dieser Variante werden alle Fähigkeiten abverlangt und man muss, um dieses Spiel wirklich zu beherrschen, viel Erfahrung und viel Übung haben. Eine Breaksituation ist nicht zu berechnen, man kann nur in etwa sagen, wo die Weiße am besten hin soll, um nach Möglichkeit eine Fortsetzung zu haben, aber das kann genauso gut schiefgehen. Anfänger sind mit diesem Spiel oft überfordert, weil man mit zu vielen Situationen konfrontiert wird. So passiert es häufig, dass man dann Bälle verschießt, die man im 8 oder 9 Ball ziemlich sicher versenkt hätte. Um für dieses Spiel zu trainieren,
besorgt man sich am besten ein gutes Billardbuch und versucht, diese Situationen wieder und immer wieder durchzuspielen.
Snooker
Zwar wird das Karamboulagebillard auch in den USA und in Großbritannien gespielt, die Spielszene wird dort jedoch von zwei anderen Varianten beherrscht: dem Poolbillard und dem Snooker. Dies sind Weiterentwicklungen der ursprünglichen Billardform, bei der man die Kugeln in Mulden an der Peripherie einschiessen musste.
Das
Snooker wird auf einem Tisch mit sechs Löchern
und einer Länge von 3,90 Metern mit 22 Kugeln gespielt:
15 rote Kugeln, eine gelbe, eine grüne, eine blaue, eine
braune, eine rosafarbene und eine schwarze sowie eine "Stoßkugel",
die weiß ist. Bei diesem Spiel geht es darum, zuerst
eine rote Kugel (die einen Punkt bringt), dann eine farbige
Kugel (gelb: 2 Punkte; grün: 3 Punkte; braun: 4 Punkte;
blau: 5 Punkte; rosa: 6 Punkte; schwarz: 7 Punkte) hinauszuspielen.
Letztere wird sofort wieder auf den Tisch gelegt; das Spiel
geht solange weiter, bis alle roten Kugeln hinausgespielt
wurden. Nach der letzten roten Kugel darf noch eine Farbige
nach Wahl gespielt werden. Sind alle roten Kugeln und die
letzte frei wählbare Farbe versenkt, müssen die
farbigen Kugeln in Reihenfolge ihrer Wertigkeit vom Tisch
gespielt werden.
Karamboulagebillard
Das Karamboulagebillard bzw. französische Billard wird heute auf Tischen von 2,10 bis 2,85 m Länge und halber Breite sowie 3 Kugeln (zwei weiße und eine rote) mit etwa 210 g Gewicht und einem Durchmesser von 62 mm gespielt.
Bei der freien Partie wählt
jeder der beiden Spieler eine weiße Kugel (eine davon
wird angespielt) und muß mit ihr, um den Punkt zu machen
und weiterspielen zu dürfen, in irgendeiner Reihenfolge
die anderen beiden Kugeln treffen. Jeder Stoß muß
so geplant sein, dass die Kugeln für den nächsten
Stoß günstig zu liegen kommen. Gelingt ein derartiger
Rappel genannter Stoß, kann man die drei Kugeln
an der Bande sammeln und sie mehrere Male um den Tisch bewegen.
Diese Position, die auch Amerikanischer Stoß
genannt wird, führt oft zu Serien (Anzahl aufeinanderfolgender
Stöße).
Stoßarten:
Beim Zieher wird die Kugel unterhalb des Äquators getroffen, beim Nachläufer darüber;
Karamboulagen werden durch den Effet erzielt; Pique und Masse sind durch Kopfstöße (Stoß auf die Kugel von oben) erzeugte Rückwärts- bzw Vorwärtseffets.
Das Cadrespiel ist eine Variante der freien Partie; hier sind die Fußpunkte der Banden zusätzlich mit Quadraten versehen. Der Spieler darf im Verlauf einer Serie keine zwei aufeinanderfolgenden Karamboulagen innerhalb eines solchen Feldes ausführen, ohne dass nicht wenigstens eine der Kugeln dieses Feld verlassen hätte.
Beim Bandenspiel muss mindestens eine Bande berührt werden, bevor der Punkt gemacht wird;
beim Dreibandspiel, das als einzige Variante bei
Wettkämpfen der Berufsspieler gespielt wird, muss die
Kugel wenigstens dreimal eine oder verschiedene Banden berührt
haben, bevor der Punkt gemacht wird.
Beim Kunststoß schließlich müssen Pflichtfiguren in einer festgelegten Reihenfolge gespielt werden.

|